Flößerverein Finowfurt

Geschichte Finowkanal

Vor 1600
Erste Gedanken zur Verbindung von Havel und Oder reifen. Jedoch fehlen zu dieser Zeit die fachlichen Voraussetzungen, Geld und geeignete Arbeitskräfte für die praktische Umsetzung dieser Ideen.

21.10.1603
Kurfürst Joachim Friedrich gibt den Befehl zur Verbindung von Havel und Oder über den Flusslauf der Finow

1605
Der Bau des ersten Finowkanals wird begonnen.

1609
Die Verbindung von Liebenwalde bis zum Ort Schöpfurth auf Höhe der Finowmündung, einschließlich von fünf Schleusen ist passierbar.

1618 – 1648
Während des 30jährigen Krieges werden einzelne Kanalabschnitte zerstört. Es kommt zum völligen Verfall des Kanals.

1720
Nachdem Preußen Stettin und die zwischen Oder und Peene gelegenen pommerschen Landesteile von Schweden erworben hat, werden Überlegungen angestellt, durch eine leistungsfähige Verkehrsverbindung den wirtschaftlichen Aufschwung der Region zu fördern.

1741
Eine von Friedrich II. eingesetzte Kommission erkennt den Nutzen eines Kanals für den Salztransport zwischen Preußen und Pommern und zum Transport von Holz aus der Neumark für den Schiffbau sowie als Brandholz nach Berlin, Potsdam und Magdeburg.

19.07.1743
Friedrich II. verfügt, unverzüglich mit dem Kanalbau zu beginnen. Das eigens dafür geschaffene Kanalbauamt, der Vorläufer des heutigen Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes Eberswalde nimmt seine Arbeit auf. Das erforderliche Bauland wird bereitgestellt. Zahlreiche Arbeitskräfte werden aus anderen Regionen und Ländern herbeigeholt.
Nach dem damaligen Stand der Wasserbautechnik stellt der Bau des Finowkanals mit einer Länge 43 Kilometern, einem Höhenunterschied von 38 Metern und vorerst zehn Staustufen eine bedeutende technische Leistung dar.

16.06.1746
Das erste Schiff, beladen mit 100 Tonnen Salz eröffnet den Betrieb auf dem zweiten Finowkanal von der Havel zur Oder. In der Gegenrichtung fährt ein 26,68 Meter langes und 2,93 Meter breites Schiff mit einer Ladung Hafer. In den folgenden Jahren wird der Kanal ständig ausgebaut. Sieben weitere Staustufen werden errichtet.

17491047
Kähne befahren den Kanal.

1747 – 1753
Der Bau des Oderkanals und die damit verbundene Absenkung des Wasserstandes auf dem Gebiet des jetzigen Oderbruchs um etwa 3,5 Meter erfordert die Speisung der Havel-Oder-Wasserstraße neu zu regeln.
Mit wachsendem Verkehrsaufkommen steigt der Bedarf an Schleusungswasser. Die entlang des Finowkanals entstehenden Industriebetriebe verbrauchen ebenfalls immer größere Wassermengen. Der Zufluss aus der Havel, dem Einzugsgebiet des Werbellinsees , der Finow, Schwärze und Ragöse reicht nicht aus, den gesamten Wasserbedarf zu decken.

1765
Über den Werbellinkanal mit zwei Staustufen wird der Werbellinsee an den Finowkanal angeschlossen.

um 1786
Im 6jährigen Durchschnitt passieren etwa 4000 Kähne und 1700 Schuten zum Brennholztransport für die Salzsiedereien den Finowkanal, die auf der Rückfahrt Salz transportieren. Von der Oder her kommen etwa 12000 Stämme Floßholz.

1829
Insgesamt 5200 Kähne 110000 Stämme Floßholz passieren den Kanal. Durch das wachsende Verkehrsaufkommen nehmen die Wartezeiten an den Schleusen ständig zu. Der Bau moderner, größerer Schleusen wird beschlossen.

1831
Die Schleuse Eberswalde als älteste noch in Betrieb befindliche Kanalschleuse in Deutschland wird fertiggestellt.

ab 1840
Holz wird verstärkt aus Russland eingeführt. Von Hohensaaten wird das Holz bis zu den Lieper Gewässern, am östlichen Ende des Finowkanals, gebracht, wo es infolge der begrenzten Durchlassfähigkeit des Kanals eingelagert oder in den zahlreichen Sägewerken verarbeitet wird. Auf den Oderberger und Lieper Gewässern lagern bis zu 600000 Rundhölzer. Es entwickelt sich der größte Holzhandelsplatz in Norddeutschland.

1841 – 1844
Jährlich werden 13334 Kähne und 48000 Stämme Floßholz durch den Finowkanal geschleust. Als Folge des ständig zunehmenden Transportaufkommens werden die Wartezeiten an den Schleusen immer länger.

1845
Die alten hölzernen Schleusen werden durch massive, doppeltbreite ersetzt. Durch königliche Order wird die maximale Abmessung von Schiffen und Flößen auf dem Finowkanal auf eine Länge von 40,2 Metern, eine Breite von 4,6 Metern und einen Tiefgang von 1,4 Metern festgelegt. Mit diesem Finowmaß entsteht das erste einheitliche Maß für Binnenschiffe.

1874 – 1885
Der Bau der zweiten Schleuse je Staustufe wird abgeschlossen.

1877
Eine Denkschrift bezeichnet die Wasserstraße zwischen Liebenwalde und Spandau als die lebhafteste Binnenwasserstraße des preußischen Staates, zu dem in dieser Zeit auch der Rhein gehört.

1893
Die Eberswalder Schleuse wird von 15289 Floßholzplötzen passiert

1898
Durch die Schleuse Hohensaaten werden jährlich 66624 Plötzen befördert. Dazu sind 331 Betriebstage mit insgesamt 4927 Stunden erforderlich.

1906
Mit einem jährlichen Transportaufkommen von 2720767 Tonnen hat der Finowkanal die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Die Regierung beschließt den Bau einer neuen Havel-Oder-Wasserstraße.

1914
Der Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin als neue Verbindung zwischen Havel und Oder wird eröffnet. Der Finowkanal wird damit zur Nebenwasserstraße, hat aber noch Bedeutung für die ortsansässige Industrie und die Flößerei, der dieser Weg vorgeschrieben ist.

1924 – 1925
Der Abschnitt von Liebenwalde bis Zerpenschleuse wird stillgelegt. In Zerpenschleuse werden beide Schleusen zugeschüttet und die alte Zugbrücke beseitigt. Die Länge des Finowkanals verringert sich damit auf die Strecke von Zerpenschleuse bis Liepe mit einer Länge von 32 Kilometern bei einem Höhenunterschied von 36 Metern mit 12 Staustufen. Der alte Kanal hat für die durchgehende Schifffahrt kaum noch Bedeutung. Er wird nur noch für die Versorgung der anliegenden Kommunen und Industriebetriebe genutzt.

ab 1928
Mit Ausnahme der Eberswalder Schleuse wird jeweils die ältere erste Schleusenkammer einer jeden Staustufe zugeschüttet.

1945
Infolge Kriegseinwirkung ist der Finowkanal für die Schiffahrt gesperrt.

1952
Der Finowkanal wird wieder in Betrieb genommen, um die Industriebetriebe des Finowtals versorgen zu können.

1972
Nach einer Kesselexplosion wird das Eberswalder Gaswerk geschlossen. Damit entfällt eine der Hauptsäulen des Transports. In der Folgezeit werden so gut wie keine Investitionen am Finowkanal vorgenommen. Er hat nur noch Bedeutung für die Wasserhaltung und Touristik.

1990
Trotzdem die Schleusen Eberswalde und Wolfswinkel bereits zu technischen Denkmalen erklärt wurden, ist der Kanal in einem katastrophalen Zustand. Zahlreiche Schleusen sind baufällig, das Wasser durch jahrhundertelange industrielle Nutzung und Einleitung von Abwässern stark belastet.

1996
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal wird aus der Taufe gehoben. Ziel dieser Gemeinschaft ist die abgestimmte Bauleitplanung, Projektentwicklung sowie Planung und Organisation der Realisation von Maßnahmen in den Gemeinden von Liebenwalde bis Hohensaaten. Im Vordergrund stehen dabei Projekte zur Schaffung einer touristischen Grundinfrastruktur und Sanierungsarbeiten an der Wasserstraße selbst.

1997
Die Bundesregierung beschließt, den Finowkanal zu erhalten und zu sanieren. Dafür sollen in den nächsten fünfzehn Jahren 41,5 Millionen DM bereitgestellt werden.

2002
Eine ganze Reihe von Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau der Region am Finowkanal : wie die Sanierung der Schleusen Eberswalde und Stecher, die Anlage von Wasserwanderrastplätzen,der Neubau von Schwimmsteganlagen, der Um- und Ausbau des alten Treidelweges zum Rad- und Wanderweg, die Anlage des Finowkanalparks in Eberswalde und der Neubau von Brücken und Schleusenhäusern sind bereits ausgeführt und lassen auf eine neue Blütezeit dieser traditionsreichen und landschaftlich reizvollen Wasserstraße in der Mark Brandenburg hoffen.

Quellen
R. Schmidt – Der Finowkanal-Zur Geschichte seiner Entwicklung
J. Wähl – Der Finowkanal, Bau, Geschichte , Gegenwart
H.-J. Uhlemann – Berlin und die Märkischen Wasserstraßen

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News & Informationen

Google Impact Challenge 2016

Deutschland hat für die Google Challenge bis zum 2 [...]

Deutschland hat für die Google Challenge bis zum 24.02. um 24:00 Uhr abgestimmt.
Insgesamt wurden über 724.000 Stimmen gezählt.
Wir waren dabei und haben einen Geldpreis in Höhe von € 1.000,00 erhalten.

Unter: https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland könnt Ihr die Hauptpreisträger sehen.

Unten ist die Urkunde von Jacquelline Fuller. Sie ist Direktorin von Google org. und kam direkt aus Kalifornien zur Preisverleihung am 25.02.2016 ins Cafe Moskau nach Berlin.

Der Vorstand des Finowfurter Flößervereins war komplett in Berlin vertreten und hat den Worten von Frau Fuller und unserer Arbeitsministerin, Frau Andrea Nahles, wohlwollend gelauscht.
Durch das Programm führte rbb Moderator Jörg Thadeus.
Wir erlebten einen unvergesslichen Abend und freuen uns sehr über den von Google zusätzlich ausgelobten Preis.

In der Vorstandssitzung am 07.03.2016 werden wir über die Verwendung des Betrages von € 1.000 beraten. Selbiger wird projektbezogen verwendet.
Das interaktive Quiz, die Generierung des QR Codes, die Listung bei Facebook und Einrichtung einer Flößer-App vom Finowfurter Flößerverein werden auf die Tagesordnung gebracht.

Allen, die den Finowfurter Flößerverein e.V. unterstützt haben., sagen wir herzlichen Dank.
Der Vorstand

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Website des Finowfurter Flößerverein e.V.

Diese Website des Flößervereins ist seit August 20 [...]

Diese Website des Flößervereins ist seit August 2014 online und löste die alte etwas in die Jahre gekommene Präsenz ab.

Durch Übersichtlichkeit, Bildsprache und neue Technologien besticht diese Seite. Außerdem ist der Verein  auch per Smartphone aufrufbar.

Viel Spaß mit den neu gestalteten Seiten. Wir freuen uns auf eine positive Resonanz!

 

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