Flößerverein Finowfurt


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Bilder zu Flößerfestgottesdienst am 05.07.2015

Erstmalig fand zum 20. Flößerfest in Finowfurt ein Flößerfestgottesdienst auf dem Erzberger Platz statt. Herr Pfarrer Ulf Haberkorn hatte eine Predigt verfasst, welche Im Wortlaut hier vorgestellt wird. Es trifft den Kern der Zeit und spricht den Flößerschwestern und Flößerbrüdern aus der Seele.
Predigt anlässlich des 20. Flößerfestes 2015

gehalten von Pfr. Ulf Haberkorn, Finowfurt

– es gilt das gesprochene Wort –

„Wir können uns nicht verständigen, aber: wir verstehen uns.“

Liebe Flößergemeinde, liebe Gäste aus nah und fern, liebe Gemeinde auf dem Lande am Kanal,

20 Jahre Flößerfest in Finowfurt – ein Grund Dank zu sagen. Dank an alle, die dieses Ereignis Jahr um Jahr begleiten und organisieren. Dank an alle, die uns und unseren Gästen drei unbeschwerte und launige Tag bescheren. Dank nicht zuletzt an Gott, der es gut mit uns meint – in diesem besonderen Jahr sogar besonders gut!

Flößerfest in Finowfurt das heißt: drei ausgelassene Tage, mit allem was das Herz begehrt. Gute Stimmung, Treffen alter und neuer Freunde und Freundinnen, lange Nächte und kurze Tage, Feiern und gute Laune, den Sommer und das schöne Wetter genießen und vieles mehr.

An diese Stelle gehören also zuerst der Dank, die Dankbarkeit und die Freude – wohin sonst, wenn nicht hier in diesen Gottesdienst?

Flößerfest in Finowfurt heißt aber in diesen Tagen des Jahres 2015 auch: internationales Flößerdorf
2015. Unsere Flößerinnen und Flößer betreten das internationale Parkett – und wir mit ihnen. Wir alle atmen sozusagen in diesen Tagen internationales Flair.

Vorgestern, am Freitag, hat mir ein Flößerbruder hier aus Finowfurt ganz aus dem Bauch heraus einen Satz gesagt, dass mich hat nachdenklich werden lassen. Ich hatte schon fast die Predigt des heutigen Tages fertig. Ich habe nochmal neu angesetzt. Dieser Flößerbruder sagte zu mir einen ganz schlichten, im Kern jedoch geheimnisvollen Satz. Er sagte: „Wir können uns nicht verständigen, aber: wir verstehen uns.“

Er bezog dies auf die vielsprachige Gemeinschaft der Flößerinnen und Flößer die naturgemäß über diese unsere Landesgrenzen hinaus geht. In der nächsten Woche findet das internationale Flößertreffen in Valstagna in Italien statt. Auch unsere Flößer werden mit dabei sein. Davor war es in Streci, Lettland und danach wird das Treffen in Lenggries in Deutschland stattfinden.

Flößer aus aller Herren Länder kommen zusammen, um sich gegenseitig kennen- und in ihren jeweiligen Traditionen schätzen zu lernen. Dabei sind jedoch die sprachlichen Barrieren nur das eine – das andere und viel wichtigere ist: sie verstehen einander trotz der vorhandenen Verständigungsschwierigkeiten. Das geht! Und das ist die gute Nachricht dieses Tages.

Auch wenn man sich zeitweise mit Händen und Füßen oder aber mit rudimentären Englisch- oder Französischkenntnissen nahe kommt – am Ende steht das Verbindende, das Gemeinsame. Es ist die Tradition des Flößens in seiner Vielgestalt und Buntheit. Egal ob es um Scheitholzflößerei, die Trift oder Langholzflößerei geht, egal ob es fachliche oder schlicht freundschaftlich-zugewandte Gespräche sind – am Ende ist es ein Verstehen aus dem Bauch heraus und mit Herz.
Flößerhandwerk wird so zur Sprache, zur Kommunikation, zum Verständigungsmittel über Grenzen hinweg.

Viele Jahrzehnte und Jahrhunderte lang – ja seit Jahrtausenden – war das Flößen eine ehrbare und
ehrliche, oftmals wenig beachtete und zugleich harte Arbeit, die dem schlichten Broterwerb diente. Menschen haben im Schweiße ihres Angesichts, Bau- und Nutzholz von den unwirtlichen und urwüchsigen Regionen dieser Erde in die Zentren der besiedelten Welt gebracht. Selbst in der Bibel finden Flößer Erwähnung, ohne ihr zutun hätte es den salomonischen Tempel in Jerusalem wohl nie gegeben.

Von Generation zu Generation wurde nötiges Wissen weiter gegeben. Es gab jahrhundertelange Familientraditionen. Gelebt von Flößern, die ihre Erfahrungen und ihre vielfältigen Fertigkeiten jeweils an die nachfolgende Generation vererbte. Damit war auch eine Weitergabe von Kreativität, Inspiration und Erfindergeist verbunden.

Euch nun, liebe Flößerschwestern und – brüder, ist es zu verdanken, dass diese alte Kulturform des Flößens heute noch erlebbar und begreifbar ist. Ihr sorgt mit dafür, dass sich dieses Handwerk bis heute erhalten hat und lebendig ist. Und dies gilt unabhängig davon ob die Flößerei hier in Finowfurt, oder aber in Muldenberg, in Uhlstädt, in Altensteig oder aber in Lychen lebendig gehalten wird.

In diesem Sinne ist es folgerichtig, dass die Flößerei Eingang gefunden hat in die nationale Liste
des immateriellen Kulturerbes. Und wenn man sich fragt, was die Flößerei und die Passionsspiele in
Oberammergau gemeinsam haben; oder was die Morse-Telegrafie und Orgelbau und Orgelmusik mit dem Niederdeutschem Theater verbindet, oder aber, wo die Schnittmenge von Falknerei, dem Finkenmanöver im Harz und der Schwäbisch-Allemanischen Fastnacht liegt; oder aber, wenn man darüber nachsinnt, was der gemeinsame Nenner von den sächsischen Knabenchören, den
Salzsiedern in Thale und den Reetdachdeckern auf dem Darß sein könnte – dann kommt man nur zu einer Antwort: Sie alle sind Teil unseres kulturellen Erbes. Und sie alle sind ein immaterielles Erbe.

Unser kulturelles Erbe ist das, was uns wesentlich ausmacht und auch untereinander verbindet. Das, was wir sind, als Menschen mit einer Kultur, ist dem Wesen nach immateriell, nämlich bestimmt durch unser Sein und nicht durch unser Haben. Dieser Zusammenhang ist schon in der Bibel an vielen Stellen benannt. Der Mensch ist ein schaffender, arbeitender Mensch. Das gibt seinem Leben Sinn und Halt. Aber: ein der Mensch der arbeitet und schafft, muss er sich klar machen, wie beschränkt sein Überblick übers Ganze, wie unverfügbar der Erfolg seiner Arbeit letztlich ist.
Erfolg kann man nicht haben, Erfolg wird einem zuteil.

Christen sehen genau darin ein Geschenk: Dinge zu tun und den Erfolg genießen zu dürfen – eben weil sie über den Lohn ihrer Mühen nicht verfügen. Weil es nicht in ihren Händen liegt, ob etwas zu guter Letzt wirklich gelingt oder gut wird. Weil – ja weil – am Ende Gott hinter allem Glück und wahrem Erfolg steht.

Wir Menschen sehnen uns von jeher nach gemeinschafts-, identitäts- und sinnstiftenden Erlebnissen und Zusammenhängen – in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit in der uns das Streben nach Glück und Erfolg oftmals im Modus von Besitz und Haben suggeriert wird, vielleicht noch mehr als zu früheren Zeiten.

Lang anhaltender Erfolg und tiefes Glück aber werden uns, glaube ich, nur zuteil, wenn wir lernen, unser kulturelles Erbe durch die Köpfe und Herzen der Menschen von Generation zu Generation weiter zu geben. Und es – bei aller Veränderung – zu erhalten. Darin liegt die prägende Kraft und der Gewinn für den sozialen Zusammenhalt einer Gemeinschaft – regional, als Nation und international.

„Wir können uns nicht verständigen, aber: wir verstehen uns.“ – dieser Satz ist ein gutes Motto für das 20. Flößerfest im nunmehr internationalen Flößerdorf Finowfurt.

Er ist zugleich ein gutes Motto über dieses Fest hinaus. „Wir können uns nicht verständigen, aber: wir verstehen uns.“ Auch wenn unseren Möglichkeiten immer Grenzen gesetzt sind – wer wollte das bestreiten – so tun wir dennoch unser Bestes diese Grenzen und Unterschiede zu überbrücken und hoffen auf Erfolg.

Und, so ist mein fester Glaube, wir werden uns – mit Gottes Hilfe – verstehen: über die Grenzen von Professionen und Gewerken hinaus, über die Grenzen von Ethnie und Nationalität hinaus, über die Grenzen von Religionen und kulturellen Unterschiedlichkeiten hinaus, über die Grenzen des Sagbaren und Verstehbaren hinaus.

Wir werden uns verstehen, weil wir mit unseren Herzen zu verstehen gelernt haben. Diese Saat möge aufgehen und Frucht tragen. AMEN

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News & Informationen

Google Impact Challenge 2016

Deutschland hat für die Google Challenge bis zum 2 [...]

Deutschland hat für die Google Challenge bis zum 24.02. um 24:00 Uhr abgestimmt.
Insgesamt wurden über 724.000 Stimmen gezählt.
Wir waren dabei und haben einen Geldpreis in Höhe von € 1.000,00 erhalten.

Unter: https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland könnt Ihr die Hauptpreisträger sehen.

Unten ist die Urkunde von Jacquelline Fuller. Sie ist Direktorin von Google org. und kam direkt aus Kalifornien zur Preisverleihung am 25.02.2016 ins Cafe Moskau nach Berlin.

Der Vorstand des Finowfurter Flößervereins war komplett in Berlin vertreten und hat den Worten von Frau Fuller und unserer Arbeitsministerin, Frau Andrea Nahles, wohlwollend gelauscht.
Durch das Programm führte rbb Moderator Jörg Thadeus.
Wir erlebten einen unvergesslichen Abend und freuen uns sehr über den von Google zusätzlich ausgelobten Preis.

In der Vorstandssitzung am 07.03.2016 werden wir über die Verwendung des Betrages von € 1.000 beraten. Selbiger wird projektbezogen verwendet.
Das interaktive Quiz, die Generierung des QR Codes, die Listung bei Facebook und Einrichtung einer Flößer-App vom Finowfurter Flößerverein werden auf die Tagesordnung gebracht.

Allen, die den Finowfurter Flößerverein e.V. unterstützt haben., sagen wir herzlichen Dank.
Der Vorstand

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Diese Website des Flößervereins ist seit August 20 [...]

Diese Website des Flößervereins ist seit August 2014 online und löste die alte etwas in die Jahre gekommene Präsenz ab.

Durch Übersichtlichkeit, Bildsprache und neue Technologien besticht diese Seite. Außerdem ist der Verein  auch per Smartphone aufrufbar.

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